Das 10. Mal FemFest in Würzburg: 2 Tage mit vielfältigem Programm

Das FemFest findet wie immer im Jugendkulturhaus Cairo in Würzburg statt.
Beginn am Sa, 25.06. um 11:00 Uhr // am So, 26.06. um 11:00 Uhr

 

 

Sa, 25.06. & So, 26.06.
ganztägig 
Ausstellungen: 
Theresa Wilhelm: "Augenblick"
& 10. FemFest Würzburg

 

 

 

                                                        

      Bild: Theresa Wilhelm "Liegende Frau"


Foto: Amac Garbe

Sa, 25.06. | 14.00 - 16.00 Uhr "Autokorrektur" - So geht Mobilität für alle!"

von Katja Diehl

Ein Plädoyer für eine inklusive und klimagerechte Verkehrswende – Mit Schwung, Know-how und Kreativität macht die Mobilitätsexpertin Katja Diehl Lust auf eine Gesellschaft, die gemeinsam eine attraktive und klimafreundliche Zukunft für alle baut. Eine Zukunft, die mehr Lebensqualität in Städten und auf dem Land bietet sowie moderne Formen von Arbeit berücksichtigt.

 

»Jede:r sollte das Recht haben, ein Leben ohne ein eigenes Auto führen zu können.«

 

»Autokorrektur« will Kick Off einer Gesellschaft sein, die gemeinsam eine attraktive Mobilitätszukunft baut – und zwar schon heute. In Katja Diehls Vorstellung der Zukunft können die Menschen Auto fahren, so sie es denn wollen. Sie müssen es aber nicht mehr – denn es gibt attraktive Alternativen.

Momentan ist nicht alles in unserem Land fair und klimagerecht, inklusiv und bezahlbar aufgestellt. Die Bedürfnisse vieler Menschen werden nicht angemessen berücksichtigt. Das können wir ändern, davon ist Mobilitätsexpertin Katja Diehl überzeugt und läutet die Verkehrswende ein.

 

Die Mobilitätsexpertin Katja Diehl weist den Weg zu einer gerechten und fairen Mobilität der Zukunft, die den Menschen ins Zentrum stellt und unsere Welt lebenswert macht.



Sa, 25.06. | 11.30 - 13.30 Uhr        "It`s not just boys' fun" - Zum Geschlechterverhältnis der radikalen Linken

von Veronika Kracher

Antifaschistische Gruppen und Organisationen betrachten sich selbst häufig als Pioniere zu einer Gesellschaft, die den Kapitalismus überwunden hat. Wenn es jedoch um eine Kritik an den Geschlechterverhältnissen geht oder darum, die eigene geschlechtsspezifische Sozialisation zu hinterfragen, scheinen zahlreiche Genossen überfordert.

Cisgeschlechtlichen Männern in der radikalen Linken scheitern regelmäßig daran, ihre eigene affekthafte Abwehr weiblich konnotierter Aspekte und Aufgaben, zu reflektieren.  Aus einem Unwillen, sich grundlegend mit der eigenen Reproduktion von Sexismus, Weiblichkeitsabwehr oder übergriffigem Verhalten zu befassen, verschieben cis Männer die Verantwortung für profeministische Selbstkritik entweder auf ihre Genossinnen, verweigern diese grundsätzlich, oder besuchen gönnerhaft einen Workshop zu "kritischer Männlichkeit" um sich anschließend gegen jede Kritik gefeit zu sehen.
Kurz: Feministische Kämpfe müssen seit Jahrzehnten gegen den Widerstand in den eigenen Reihen ausgefochten werden.
Die Publizistin Veronika Kracher gibt in dem Vortrag "It's not just boys' fun" einen Überblick über die ideengeschichtliche Entwicklung feministischer Theorie und Praxis innerhalb der radikalen Linken, um davon ausgehend aktuelle Problemstellungen zu analysieren und zu diskutieren.
Content Warnung: der Vortrag thematisiert Sexismus, Misogynie und sexuelle Gewalt

Foto: Veronika Kracher



Bildnachweis: Anna Radlbeckhttps://mymindinframes.com

+++ Fällt leider krankheitsbedingt aus +++

Sa, 25.06. | 16:00-18:00 Uhr  Workshop "Feministische Antworten auf sexualisierte Gewalt" (mit Anmeldung)

von fem*ergenz

Sexualisierte Gewalt ist allgegenwärtig. Jede dritte FLINTA* ist betroffen und die Zahlen haben sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Einen unterstützenden Umgang mit Betroffenen haben wir nie gelernt. Oft reproduzieren wir unbewusst viele gesellschaftliche Umgänge (Rape Culture), die für die Betroffenen weitere Gewalt bedeuten, z.B. Victim Blaming. Viele Betroffene und Angehörige erleben eine große Ohnmacht angesichts der erlebten Gewalt.

 

Feminist*innen weltweit kämpfen für einen anderen, feministischen und betroffenen-solidarischen Umgang mit sexualisierter Gewalt innerhalb patriarchaler Gesellschaften. Bei dem Workshop wollen wir feministische Errungenschaften, Analysen und Handlungskonzepte kennenlernen, die im Hinblick auf Schutz und Unterstützung für Betroffene erkämpft wurden. An diesen Vorbildern wollen wir gemeinsam nach Ansatzpunkten suchen, wie wir von einem Ohnmachtsgefühl in eine Handlungsfähigkeit kommen können - denn jede*r kann dazu beitragen, den Umgang mit sexualisierter Gewalt besprechbar und damit auch veränderbar zu machen.

 

Für den Workshop sind keine Vorkenntnisse nötig. Als selbst betroffene Personen wissen wir, wie schwer es ist, über dieses Thema zu sprechen und achten darauf, dass es zu keinen expliziten Darstellungen von sexualisierter Gewalt kommt. Der Workshop soll alle Menschen ermutigen - ob selbst betroffen oder nicht - sich sensibel, aber mit klarer Haltung, mit dem Thema auseinander zu setzen.

 

Die Referent*innen sind Teil der Bildungskollektive fem*ergenz und Gegen_Gewalt, die aus verschiedenen Blickwinkeln zu den Themen sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung und kollektive Umgänge mit sexualisierter Gewalt bundesweit Bildungsangebote und Prozessbegleitungen durchführen.

 

*FLINTA (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans, agender Personen) ist ein Sammelbegriff für Personen, die von Sexismus und/oder Queerfeindlichkeit betroffen sind.

 

Für den Workshop gibt es nur begrenzte Plätze. Bitte anmelden über info@cairo.wue.de.



 

 

Sa, 25.06. | 13:30-18:00 Uhr              Kreatives Angebot "Brustabdruck"

von Theresa Wilhelm


(mit Voranmeldung & Zeitangabe an info@cairo.wue.de)

Anmeldung möglich für

Samstag: 13:30 / 14:00 / 14:30 Uhr / 15:00 Uhr / 15:30 Uhr / 16:00 Uhr / 16:30 Uhr / 17:00 Uhr / 17:30 Uhr) oder

Sonntag: 11:00 Uhr / 11:30 Uhr / 12:00 /12:30 Uhr)

 

Der Workshop findet auf Spendenbasis statt.

Spendenvorschlag zwischen 5-10 €.

 

Erstelle einen Abdruck mit Gips von deinen Brüsten (oder je nach dem was dich wohlfühlen lässt, auch von einem anderen Körperteil). Die Idee des Workshops ist, die Möglichkeit einer neuen Perspektive und damit vielleicht einem neuen Blick bzw. Gefühl in Bezug auf den eigenen Körper. Mit Hilfe eines Gipsabdruckes entsteht die Option den eigenen Körper von außen zu betrachten und wahrzunehmen. Die Vielfalt an menschlichen Formen ist unendlich und doch scheint es eine Einteilung in falsch und richtig, schön und hässlich, zu groß, zu klein, zu schlaff, zu prall und so weiter zu geben. Mir stellt sich die Frage ob ich an diesem Bild weiter festhalten will oder ob ich neuen Bildern und damit einer vielfältigen Normalität Raum gebe.

 

Der Workshop wird in einem geschützten Raum stattfinden und dir ganz frei zur Wahl stellen welchen Teil deines Körpers du in Gips verewigen möchtest. Achte den Rahmen deines Seins und deiner ganz individuellen Grenzen.


Sa, 25.06. | 16:00-18:00 Uhr              Kreatives Angebot "Siebdruck auf Postkarten"

mit Carla Zimmer

 

Carla Zimmer unterrichtet Kunst an einer Würzburger Schule als Quereinsteigerin. Das Thema Geschlecht & Körper ist gerade für Jugendliche Identitätsstiftend. Künstlerisch können sie dabei in ihrer individuellen Entwicklung unterstützt werden. Das Thema Körper, Selbstwertgefühl und Scham spielt auch in der eigenen Kunst von Carla Zimmer eine große Rolle als Comics, Illustrationen oder Malerei.

 


Sa, 25.06. &. So. 26.06.

Ausstellung:
Theresa Wilhelm "Augenblick"

 

Theresa Wilhelm 29, freie Künstlerin, Illustratorin, studierte Kunsttherapeutin und Ergotherapeutin.

"Ich betrachte Kunst als Form des Ausdruckes, ein Mittel um einen Transfer zwischen Innen und Außen zu ermöglichen.

Die Bilder der Ausstellung sind während meines Studiums entstanden. Sie zeigen verschieden Momentaufnahmen, meines künstlerischen und damit auch persönlichen Weges.


Sa, 25.06. &. So. 26.06.                                               10 x FemFest Ausstellung

Mit einer kleinen Ausstellung von Schnipseln, Fotos, Texten, Programmen und Kleinigkeiten aus den letzten elf Jahren wollen wir einen Einblick in unseren Femfest-Kosmos geben.



Fotocredit Johanna Besseling

Sa, 25.06. | 19:30 Uhr                              Queer-feministische Perspektiven im HipHop-Underground mit musikalischer Performance

von Tiggrezpunch

Tigrrezpunch erzählt aus der eigenen Perspektive und stellt aktuelle Lieblingsartists vor. Dabei werden u. a. folgende Fragestellungen bearbeitet:

Welche Möglichkeiten der Selbstermächtigung gibt es in der Musik?

Welche Zugänge ermöglicht Musik in politische Themen?

 

Tigrrezpunch ist musikschaffende Person. Tigrrez Punch füllt die Tage mit musicproducing, singing & songwriting und die Nächte mit dem abfackeln des Patriarchats. Klingt wie rrriot trap pop. Wütend aber lässig, aggressiv aber mit softness, und dabei immer tanzbar. Tigrrez Punch verwandelt Wut in Songs, gibt ehrliche Einblicke in das eigene Leben und in queerfeministische Themen, Identität und psychische Krankheit immer mit dem Wunsch sich selbst und andere mit Musik zu empowern.



+++ Jessica Bock wird online per Zoom zugeschaltet. Teilnehmen könnt ihr entweder im Cairo oder online ID 870 0518 2054 Kenncode: 956275 +++

So, 26.06. | 11:00-13:00 Uhr                         „Das gab es?“ Die ostdeutsche Frauenbewegung seit den 1980er Jahren

von Jessica Bock

„Das gab es?“ Diese Frage begegnete mir oft, wenn ich über mein Dissertationsthema sprach. Ja, sie gab es: die ostdeutsche Frauenbewegung. Bis heute ist dieser Teil der deutschen Frauenbewegungsgeschichte weitgehend unbekannt. Dabei haben Frauen bereits in der DDR seit den 1980er Jahren damit begonnen sich kritisch mit den Frauen- und Geschlechterverhältnissen auseinanderzusetzen. In den Umbrüchen im Herbst 1989 formulierten sie die Frauenfrage als Kernelement der Demokratisierung der Gesellschaft. Seit Beginn der 1990er Jahre erfolgte im Osten der rasante Aufbau einer feministischen Infrastruktur. Im Rahmen meines Vortrages gebe ich einen Überblick über die Entstehung, Verlauf und Ziele der ostdeutschen Frauenbewegung. In diesem Zusammenhang gehe ich auch der Frage nach, warum sie bislang kaum sichtbar ist und warum wir uns dennoch an sie erinnern sollten – in Ost und West.

 

Referentin: Jessica Bock M.A., ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Digitalen Deutschen Frauenarchiv. Ihre Dissertation widmet sich der ostdeutschen Frauenbewegung von 1980 bis 2000 am Beispiel Leipzigs und ist 2019 mit dem Dissertationspreis der GenderConceptGroup der TU Dresden ausgezeichnet worden. Publ. u. a.: Kein einig Schwesternland. Über die bestehende Un-Einigkeit zwischen ost- und west-deutscher Frauenbewegung, in: Femina Politica. Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft, Tübingen 2019, S. 121-130. Ihre Dissertation erscheint im Herbst im Mitteldeutschen Verlag.



So, 25.06. | 11:00-13:00 Uhr                Kreatives Angebot "Brustabdruck"

von Theresa Wilhelm


(mit Voranmeldung & Zeitangabe an info@cairo.wue.de)

Anmeldung möglich für

Samstag: 15:00 Uhr / 15:30 Uhr / 16:00 Uhr / 16:30 Uhr / 17:00 Uhr / 17:30 Uhr) oder

Sonntag: 11:00 Uhr / 11:30 Uhr / 12:00 /12:30 Uhr)

 

Der Workshop findet auf Spendenbasis statt.

Spendenvorschlag zwischen 5-10 €.

 

Erstelle einen Abdruck mit Gips von deinen Brüsten (oder je nach dem was dich wohlfühlen lässt, auch von einem anderen Körperteil). Die Idee des Workshops ist, die Möglichkeit einer neuen Perspektive und damit vielleicht einem neuen Blick bzw. Gefühl in Bezug auf den eigenen Körper. Mit Hilfe eines Gipsabdruckes entsteht die Option den eigenen Körper von außen zu betrachten und wahrzunehmen. Die Vielfalt an menschlichen Formen ist unendlich und doch scheint es eine Einteilung in falsch und richtig, schön und hässlich, zu groß, zu klein, zu schlaff, zu prall und so weiter zu geben. Mir stellt sich die Frage ob ich an diesem Bild weiter festhalten will oder ob ich neuen Bildern und damit einer vielfältigen Normalität Raum gebe.

 

Der Workshop wird in einem geschützten Raum stattfinden und dir ganz frei zur Wahl stellen welchen Teil deines Körpers du in Gips verewigen möchtest. Achte den Rahmen deines Seins und deiner ganz individuellen Grenzen.

 

 


So, 26.06. | 15:00-17:00Uhr  "Abtreibungen – zwischen medizinischer Versorgung, persönlichen Geschichten und öffentlichem Diskurs"

von Daria Hammerschmidt

2009 wurde die Ärztin Christina Hänel von einem sogenannten Abtreibungsgegner angezeigt, weil sie auf ihrer Internetseite über den Ablauf von Schwangerschafts-abbrüchen in ihrer Praxis informiert hat. 

Diese Anzeige zeigt nicht nur, dass die Gesellschaft noch immer gespalten ist beim Thema Abtreibungen, sondern auch wie hochproblematisch und entmündigend die Gesetzeslage zu Schwangerschaftsabbrüchen in Deutschland ist.
Der öffentliche, moralisierende Streit über die persönliche 
Entscheidung eine Schwangerschaft zu beenden zwingt Abtreibenden ein Narrativ auf, das von tiefgreifenden moralischen Fragen geprägt ist und führt  dazu, dass Betroffene nicht offen über ihr Situation sprechen können, die medizinische Versorgung gefährdet wird und Mythen zu Methoden und Folgen kursieren.

In diesem Vortrag wollen wir uns den Mythen zu Abtreibungen stellen, verschiedene Methoden des Schwanger-schaftsabbruchs kennenlernen, die widersprüchliche Gesetzeslage in Betracht nehmen und in den bewegenden 
Alltag von Mediziner*innen, wie Christina Hänel, eintauchen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen und begleiten.
Im Anschluss an einen kurzen Einblick in die Landschaft politischen Engagements wollen wir uns mit persönlichen Fragen auseinandersetzen: Wie können wir über Abtreibungen ins Sprechen kommen? Woran können wir 
Abtreibungsstigma erkennen, auch in uns selbst? Und wie können wir Menschen bei einer ungewollten Schwangerschaft unterstützen?



So, 26.06. | 13:00-15:00 Uhr      Opfer von Gewalt im juristischen Kontext

von Kirsten Böök

Ich würde nicht noch einmal anzeigen- so liest man im Internet immer wieder Aussagen von Frauen, die als Opfer in einem Verfahren aussagen mussten. Der Vortrag will aus verschiedenen Blickwinkeln die Position der Opfer von Gewalt im Strafverfahren und im Verfahren nach dem Gewaltschutzgesetz beleuchten. Darf man vor dem Prozess eine Therapie machen? Wo gibt es Hilfe? Inhalt des Vortrags sollen dabei weniger juristische Vokabel und Paragraphen sein, sondern vielmehr ganz praktische Ratschläge, nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Justiz. Wie sollte mit traumatisierten Menschen umgegangen werden - auch wenn die Unschuldsvermutung unantastbar bleiben muss? Was ist schon gut, was kann verbessert werden, was muss anders werden – hierzu möchte die Referentin im Anschluss an ihren etwa 45-minütigen Vortrag mit den Teilnehmer*innen ins Gespräch kommen. 

 

Kirsten Böök ist Juristin und leitet seit März 2021 die neu gebildete Referatsgruppe für Prävention und Opferschutz im Niedersächsischen Justizministerium. 



Bücher

Wie jedes Jahr gibt es eine feine Auswahl an aktueller Literatur zu fem/queer - Themen.